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Urlaubskataloge / -mängel

Urlaubskataloge richtig verstehen: Die Beschreibung von Unterkünften und Reisestrecken in Urlaubskatalogen ist im weitesten Sinne vergleichbar mit der Sprache in den Arbeitszeugnissen. Es hat sich ein Sprachcode entwickelt, die einerseits dem Kunden einen attraktiven Urlaub verspricht, andererseits aber sicherstellen soll, dass wegen fehlender oder falscher Angaben keine Reisepreisminderung in Betracht kommt. Wir bringen einige Beispiele:

  • Direktflug: Zwischenlandungen sind grundsätzlich möglich. Besser: Nonstop-Flug und Flugzeiten kontrollieren.
  • Meerseite: vermutlich kein Meerblick, sonst würde dort Meerblick stehen. Der Blick ist ggf. durch Gebäude oder ähnliches verdeckt.
  • Uferstraße: Hier wird es abends laut. Uferstraßen sind häufig im Süden die Hauptverkehrsstraßen und/oder bevorzugtes Revier junger Mopedfahrer.
  • Hotel direkt am Meer: Und was ist mit Strand? Nicht vorhanden oder nicht nutzbar?
  • Nur 5 Minuten zum Strand: Warum nicht Fußminuten? Vielleicht 5 Minuten mit dem Bus?
  • Hotel strandnah gelegen: Mithin nicht direkt am Strand. Nehmen Sie nicht zu viel Ballast für den Fußmarsch mit.
  • Naturstrand: mögliches Synonym für dreckig, Abfall und keine Strandreinigung.
  • Beheizbarer Swimmingpool: „Beheizter“ Swimmingpool wäre besser als der technische Hinweis, dass der Pool unter Umständen beheizt ist.
  • Transferzeit zum Flughafen nur 10 Minuten: Verdacht auf Fluglärm.
  • Touristisch gut erschlossen: Synonym für Bettenburgen und Touristen in Scharen.
  • Mietwagen empfohlen: Hier kann es (zu) ruhig sein. Hauptsache, man muss die Brötchen nicht schon mit dem Auto holen.
  • Aufstrebender Ferienort: Baulärm, Baustellen.
  • Neu erbautes Hotel: Erde und Staub in der Luft wegen noch fehlender Grünanlagen; ggf. auch Beeinträchtigung durch Innenausbau.
  • Ideal für den aktiven Urlauber: Hier geht’s rund. Erstaunlicherweise kommen gerade Senioren auch gern in diese Anlagen.
  • von Junggesellen bevorzugt: Anmache gesichert bis hin zur Prostitution im Hotel oder in der Nachbarschaft.

Urlaubsmängel richtig reklamieren

Ansprüche an den Reiseveranstalter werden oft wegen Frist- und Formfehler oder deutlich überzogener Forderungen vom Reiseveranstalter und später vom Gericht zurückgewiesen. Dabei sind nur wenige Punkte zu beachten.

  • Mängelanzeige: Der Reisemangel muss unverzüglich schon beim Reiseleiter vor Ort angezeigt werden. Dem Veranstalter muss die Möglichkeit eingeräumt werden, innerhalb einer angemessenen Frist für die Beseitigung der Reisemängel zu sorgen.
  • Nachweis: Der Reisemangel ist nachzuweisen. Die Mängel sind aufzulisten und nachvollziehbar zu beschreiben. Als Nachweis sind Fotos (z.B. mit Datum von Digitalkameras) und Zeugen sehr wichtig. Bestätigung des Reiseleiters einholen und/oder vom Hotel zum Reiseleiter faxen.
  • Ansprüche stellen: Nach der Rückkehr muss der Urlauber innerhalb eines Monates die Ansprüche beim Reiseveranstalter geltend machen. Auch hier gilt: genaue Auflistung der Mängel. Außerdem ist der Anspruch klar zu formulieren: z.B. Minderung oder Rückerstattung des Reisepreises.
  • Entschädigungshöhe: Häufig erfolgen kleine Reiseentschädigungen bei Urlaubsmängeln aus Kulanz. Das Gericht sollte nur in Ausnahmefällen bemüht werden. In diesem Fall dient die so genannte „Frankfurter Tabelle“ als Orientierungshilfe für eine mögliche Entschädigungshöhe.
  • Schadenersatz: Ein Schadenersatz wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit kommt nach überwiegender Rechtsprechung erst ab einer Minderungsquote von 50% in Betracht.
  • Verjährung: Die Ansprüche nach dem Reiserecht verjähren in zwei Jahren, wobei die Reiseveranstalter die Möglichkeit haben, die Verjährungsfrist auf ein Jahr zu verkürzen.

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