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Punta Rusia

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Das war die Frage die ich mir stellte und da kam mir der Divemaster des Hotels zu Hilfe. Ein sehr netter und jetzt kann ich auch sagen sehr ehrlicher Mensch. Er ist Spanier und gab mir auf meine Frage die Antwort, dass, wenn ich als Anfänger wirklich was sehen möchte, ich mich für das Schnorcheln entscheiden sollte. Damit gingen ihm 180 US $ durch die Lappen.

So informiert zog ich dankbar wegen der ehrlichen Antwort von dannen. An dem Morgen wollten wir sowieso die Samana-Tour buchen und nach Deutschland anrufen. Wir gingen nach dem Frühstück zum Plaza-Playa-Dorada um anzurufen. Am Eingang sind direkt einige Stände, die Touren verkaufen. Wir wurden natürlich angesprochen und Stanley (ein unheimlich netter Typ, kannten ihn schon von vorherigen Besuchen des Plaza) machte mir auf Nachfrage ein Angebot für die Schnorcheltour zur Paradies Insel bei Punta Rusia. Die Fahrt sollte für uns drei insg. 150 US $ kosten. Da ich zuerst Anrufen wollte, versprach ich ihm wiederzukommen und die Tour zu buchen.

Nach dem Anruf nach Hause und die Buchung der Samana Tour bei Univers-Tours gingen wir dann zu Stanley zurück. Er hatte gerade Kundschaft und ich wartete. Da wurde ich von der anderen Seite angesprochen, wo uns ein Anderer die Tour verkaufen wollte. Ich pflege mein Wort zu halten und verwies auf Stanley. Da wollte er die Tour billiger verkaufen. Inzwischen hatte Stanley seine Kunden abgefertigt und sah, wie mich der andere versuchte rüberzuziehen. Ich stand plötzlich zwischen den Fronten und musste feststellen, dass die Tour plötzlich von mal zu mal billiger wurde. Nach einigen Minuten hatten beide sich geeinigt und ich konnte die Tour nun für sage und schreibe 130 US $ buchen. Wie ich es versprach, buchte ich die Tour natürlich wie zugesagt bei Stanley.

Die Tour fand am Donnerstag statt und wir wurden schon ganz früh abgeholt. Zu meiner Freude standen wir nicht alleine vor dem Hotel. Saskia, Susanne und Hans, die wir inzwischen kennen gelernt haben waren auch mit von der Partie. Wir waren anscheinend der letzte Stop und daher ging es dann auf Tour. Die Strecke durch POP und weiter an den RIU Hotels vorbei kannten wir schon von der Jeep-Safari. Irgendwann machten wir dann eine Frühstückspause und tranken in einer kleinen Gaststätte einen Kaffee.

Als es dann wieder auf Tour ging, veränderte sich die Landschaft zusehends. Wir fuhren durch mehrere Orte und dann gab es, anstatt der bekannten Zuckerrohrplantagen immer mehr Reisfelder. Es war faszinierend, wie viele Gesichter die DR hat. Wir überholten einen sehr hoch beladenen LKW und mussten laut lachen, als wir oben auf der Ladung einen Dominikaner liegen sahen, der dort während der Fahrt schlief.

Nach einigen Kilometern bog der Bus nach rechts ab und jetzt gab es nur noch unbefestigte Strassen. Der Reiseführer erklärte, dass an der Straße ständig gebaut wird, aber sie nicht fertig werden will. Plötzlich war unsere Fahrt scheinbar zu Ende, den Baufahrzeuge versperrten den Weg (linke Spur) und dachten nicht daran diesen zu räumen. Die rechte Spur war von einem mindestens 3 Meter hohen Sandhaufen versperrt. Scheinbar sind über diesen schon einige Fahrzeuge gefahren. Verwundert war ich, als unser Bus auch zur Fahrt über den riesigen Sandhügel ansetzte. Ich dachte nur, hoffentlich geht das gut. Aber wie der Reiseführer schon erwähnte, hatten wir einen guten Fahrer erwischt. Er meisterte den Hügel ohne einmal stoppen zu müssen. Nun wurde die Fahrt in der inzwischen wieder veränderten Landschaft (die Vegetation bestand jetzt überwiegend aus Kakteen) fortgesetzt.

Endlich kamen wir in Punta Rusia an. Von der langen Fahrt qualmte uns schon der Hintern und wir ölten am ganzen Körper. Draußen saßen ein paar Kinder, die die von uns bisher nicht angerührten Lunchpakete dankbar in Empfang und schnell in Sicherheit brachten. Dann wurden an uns Schwimmwesten verteilt. Man sagte uns, dass dies Vorschrift des Marineministeriums sei. Wir legten die Dinger brav an und begaben uns auf eines der Powerboote. Unser Boot war mit 2 Motoren mit je 200 PS ausgestattet.

Der „Kapitän“ ließ es erst mal gemütlich angehen. Es ging so an der Küste vorbei auf den Atlantik raus. Ich versuchte immer eine Insel zu sichten, aber ich sah nichts. So nach ca. 15 Minuten dann eine Ansicht, die ich bisher nur aus Büchern und Reisekatalogen kannte. Eine ca. 60 Meter lange und 25 Meter breite Sandbank, ganz in weiß. Auf dieser standen 3 Hutten die mit Palmwedeln gedeckt waren. Als wir ankamen und dann ausstiegen kam in mir ein wahnsinniges Gefühl hoch, besonders, da wir zu den ersten gehörten und die Insel noch nicht überlaufen war. Der erste der uns begrüßte war ein Krebs, der die Insel überquerte.

Wir legten unsere Tasche ab und zuerst gab es dann den bei den Fahrten obligatorischen Cuba-Libre. Dann wurden wir mit Masken und Schnorcheln ausgestattet. So ausgerüstet „stürzten“ wir uns dann in die Fluten. Ich erwähnte noch nicht, dass man so ins Meer gehen konnte ohne einen Kälteschock zu bekommen. In der Regel muss ich meiner Lieblingsfrau zwei Stunden vor dem Ertrinken Bescheid geben, damit sie pünktlich zum Retten im Wasser ist.

Jetzt ging sie immer ohne einen Mucks und ohne das Gesicht zu verziehen direkt ins Wasser. So war es ein Vergnügen, die gut 30 Meter bis zu den Korallen zu gehen oder schwimmen. An den Korallen angekommen setzte ich die Maske auf und nahm den Schnorchel in den Mund, um dann zu sehen was da unten im Wasser los ist. WOOOW, was mich da erwartete war fast nur zu vergleichen mit dem Aquarium in Barcelona, nur das hier die Fische in freier Wildbahn herumschwimmen. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich meinen Kopf so wenig wie möglich über Wasser hatte. Selbst meine Lieblingsfrau, die eigentlich sehr ungern taucht, war fast ständig die zwei Stunden unter Wasser. Wer das noch nicht mitgemacht hat, der hat mit Sicherheit was verpasst. Die Formen- und Farbenvielfalt der Meeresbewohner ist einfach faszinierend. Meine ganze Familie genossen das was man hier sah und wie ich feststellen konnte, ging es Saskia, Susanne und Hans nicht anders. Fotos sind auf der Seite Unterwasserfotos zu sehen. Nach gut zwei Stunden hieß es dann einpacken. Unser Boot kam bis zur Insel und ein Pärchen bestiegen unter Protest des Kapitäns das Boot, bevor es gedreht hatte. Die junge Frau sagte vorher schon: „Schnell, dann können wir vorne sitzen!“ Na ja, den Platz habe ich jedem gegönnt, nur nicht mir, denn ich saß lieber hinten. Inzwischen ist das Meer etwas rauer geworden und das Boot fuhr auch noch gegen die Wellen. Nach kurzer Fahrt war es dann genau dieses Pärchen, das dann protestierte weil vorne das Boot natürlich bei solch einer Fahrt immer abhob um dann auf das Wasser aufzuschlagen. Die anderen wollten natürlich Speed………..Auf halber Strecke zum Ausgangspunkt Punta Rusia fuhren wir dann noch durch Mangroven. Ein wunderschöner Anblick, denn alles was wir sahen war wirklich bisher nur aus einschlägigen Reiseführern bekannt. Wir alle genossen das was wir an dem Tag erlebten. Bis auf zwei Personen machten alle nur fröhliche Gesichter.

Ach übrigens, ich bekam die Flasche Brugal in die Hand gedrückt um darauf aufzupassen. Daraufhin erlaubte ich mir zu sagen: „Wenn das Schiff untergeht, Männer und Brugal zuerst!“ *g*Die restliche Strecke gab der Kapitän dann noch mal auf Wunsch einiger Passagiere richtig Power, so dass das Umziehen auf der Insel im Nachhinein zwecklos war. Wir kamen fröhlich aber bis auf die Haut nass wieder in Punta Rusia an.

In einem kleinen Restaurant aßen wir dann zu Mittag. Auch hier war das Essen wieder allererste Sahne. Man merkte dass Seeluft hungrig macht, denn alle hatten einen guten Appetit. Dann ging es auf die Heimreise. Unterwegs mussten wir dann feststellen, dass unser Sandhügel inzwischen von Räumern planiert worden ist, so dass wir ohne Komplikationen die Heimfahrt fortsetzen konnten. Ohne Komplikationen, nein, ein Pole musste alle paar Kilometer mal den Bus verlassen, da er ständig am Cuba-Libre hing. Ständig kam die Meldung: „Wassermelone!“ Es nervte etwas.

Nach einer kurzen Rast in dem Restaurant wo wir frühstückten, ging es dann nach Hause. Ich nahm die Mütze des Reiseleiters und ließ die durch den Bus wandern. Jeder gab da seinen Obolus rein, da sich Fahrer und auch Reiseleiter sehr viel Mühe gegeben haben uns den Tag schön zu gestalten. Nur unser Pole, der den ganzen Verkehr aufhielt setzte den goldenen Schlusspunkt, das heißt, eher dessen Frau. Saskia machte einen sehr saueren Eindruck und erzählte mir dann, dass er 1 US $

und 30 Peso in die Mütze geworfen hatte. Als die Mütze von hinten wieder nach vorne kam, hatte die Frau dann die 30 Peso wieder herausgenommen und das mit der Bemerkung: „Ist doch alles Inclusive“ Ich möchte das nicht weiter kommentieren. Dieser Tag war nicht nur für uns ein tolles Erlebnis, denn der Abschluss fand dann an der Bar unseres Hotels Statt. Etwas müde, aber trotzdem voller toller Eindrücke nahmen Saskia, Susanne, Hans und wir noch einen Abschlussdrink. Noch heute erinnere ich mich sehr gerne daran und es wird nicht meine letzte Tour nach Punta Rusia gewesen sein.

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