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Monte Cristi

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Pünktlich, wie man es in der Dominikanischen Republik nicht gewohnt ist, wurden wir um 8:00 Uhr von Andreas im Hotel abgeholt. Es ging dann direkt Richtung Puerto Plata und Maimon über das Küstengebirge in das Cibaotal. Zuerst besuchten wir eine Bananeplantage, wo uns Andreas fachkundig über den Bananenanbau informierte. Für uns war es natürlich sehr interessant und jetzt wissen wir auch, warum eine Banane krumm ist. Dies möchte ich natürlich hier nicht mitteilen, denn sonst hat ja keiner mehr die Lust solch eine Tour mitzumachen.

Unterwegs fuhren wir durch viele interessante Orte. Einer war besonders gepflegt und das lag daran, dass dort eine Garnison stationiert war. Dort ließ Andreas auch anhalten und holte uns einen kühlen Zuckerrohrsaft. Man kann ihn gut trinken, ist trotzdem etwas gewöhnungsbedürftig.

Der Weg führte uns nun weiter am Rande der Cordillera Central in Richtung haitianische Grenze. Es war beieindruckend, wie sich die Landschaft und Vegetation ständig veränderten. Kurz hinter Mao (Garnisonsstadt) tauchten die ersten Kakteen auf. Dann wieder wurde die Landschaft ähnlich unserem Mittelgebirge, mit Viehweiden und Nadelwäldern. Wären da nicht ab und zu Palmen zwischen, hätte man ganz vergessen, das wir immer noch in der Karibik waren. Wir konnten uns gar nicht satt sehen.

Einige mal überquerten wir Gebirgsbäche auf hohen Brücken. Hinter einer solchen Brücke bog unser Fahrer unvermittelt nach links ab in einen Feldweg. Eine paradiesische Badestelle tat sich auf. Hier gehen die Dominikaner baden. Leider war an diesem Tag dort nicht soviel Betrieb. Ein Dominikaner badete dort ohne Badehose. Wir bemerkten, dass er uns beobachtete und hoffte, dass wir wegfahren, um das Wasser verlassen zu können. Daraufhin machten wir uns einen Spaß und blieben noch etwas stehen. Letztendlich hatte der Dominikaner gewonnen, denn wir gaben auf und fuhren weiter.

Nach dieser kleinen Begegnung, weit Abseits aller touristischen Wege, ging unsere Fahrt weiter. Kurz vor Dajabon, der Grenzstadt zu Haiti, besuchten wir noch Freunde von Peter + Andreas.  Mercedes und Helario begrüßten uns freundlich und erfrischten uns mit selbstgemachtem Fruchtsaft und tropischen Früchten. Selbstverständlich durften wir uns auch im Haus und auf dem Anwesen umschauen. Es war alles da, was man braucht zum Leben, außer Strom und Wasser. Wasser kommt sehr unregelmäßig. Dafür gibt es einen kleinen Bach auf der anderen Straßenseite.

Verabschiedet wurden wir ebenso freundlich, wie wir begrüßt wurden. Nach nur 15 Minuten Fahrtzeit waren wir dann in Dajabon. Was wir jetzt sahen, konnten wir kaum glauben. So einen Markt hatten wir noch nicht gesehen. Menschen über Menschen. Wie die fleißigen Ameisen schafften sie Waren aller Art in Schubkarren oder auf dem Kopf über die Grenze nach Haiti. Das wollten wir genauer sehen. Nachdem uns Andreas einige Verhaltensregeln gegeben hatte, wurden wir von ihm quer über diesen Markt geführt.

Nachdem wir den Markt verlassen hatten, ging es dann in Richtung Monte Cristi. Unterwegs wurden wir mehrfach kontrolliert. Man schaute, ob wir Haitianer in unserem Fahrzeug versteckten. Nach einigen Kilometern kamen wir an eine Kirche. Dieses Bauwerk war genauso, wie wir es aus alten Western her kennen. Wir waren immer wieder erstaunt, was dieses Land alles so beherbergte, aber noch gespannter, was die weitere Fahrt uns noch so bringen wird.

Noch auf dem Weg nach Monte Cristi wurde im Bus über das gerade erlebte lebhaft gesprochen. Kurz vor Monte Cristi dann noch einmal weg von der Strasse. Kakteenwälder bis an den Horizont. Diese Karibik hatte keiner von uns erwartet. Dann erreichten wir Monte Cristi. Schon von Weitem hatten wir den El Moro (Das schlafende Kamel) gesehen. Columbus hatte diesem  Berg bei seiner ersten Reise den Namen MONTE CRISTI (Berg Christi) gegeben. Ach ja, warum schlafendes Kamel? Wer sich den Berg genau ansieht, der wird feststellen, dass der kleine und große Teil des Berges wie ein schlafendes Kamel aussehen. Man konnte den Berg bei unserem Besuch an den Salzsalinen von Monte Cristi in seiner ganzen Pracht sehen.

Jetzt waren wir hungrig und machten in einem einfachen, aber sehr sauberen Restaurant Rast. Dort bekamen wir ein gutes und schmackhaftes Essen wozu ich mir natürlich ein kühles Presidente bestellte. Alle hatten gute Laune uns jeder war begeistert von dem Ausflug.

Danach traten wir dann auch die Heimfahrt an. Unterwegs zeigte Andreas uns noch ein verstecktes Aloe Vera Feld. Jeder, der es nicht kennt, würde hier unachtsam vorbeifahren. Für uns war es ein unvergesslicher Tag, der lange in Erinnerung bleiben wird.

Unternehmen der Gast mit Cuba Libre abgefüllt wird. Auf Wunsch hielt man an und es gab somit auch mal ein Presidente. Hier wurde der Ausflug nicht schön getrunken, er war schön. Andreas versorgte uns ständig mit Informationen und die Etappen ließen die lange Strecke kurz erscheinen. Somit hatten wir eine Tour mitgemacht, die eigentlich nicht geplant war, weil sie im unteren Abschnitt unserer Wunschliste stand. Inzwischen müssen wir zugeben, dass es ein Ausflug der Extraklasse war, was nicht zuletzt auch ein Verdienst von Andreas und der guten Organisation der Univers ist.

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