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Anreise

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Acht Monate sind vergangen und die habe ich mit Leidenschaft im Forum verbracht. Vieles konnte ich lernen, aber alles gelernte muss auch mal angewendet werden. Meine Reisevorbereitungen begannen. Über meinen Ärger mit der LTU bezüglich der LTU-Card und dem damit verbundenen Reservierungswunsch möchte ich hier nicht eingehen. Das kann ein jeder bei Vocatus nachlesen.

Es soll nun abgehen ins unbekannte Land, das mir inzwischen (durch gute Reiselektüre und einer DVD, sowie durch das Internet) schon etwas vertraut vorkommt, obwohl ich noch nie dort war. Die Koffer waren gepackt und um 4 Uhr morgens ging es auf Tour nach Frankfurt. Nach gut 2 ½ Stunden kamen wir am Flughafen an und begaben uns sofort zum Check-In. Als wir dann unsere Bordkarten in Händen und die Koffer aus diesen hatten, wurde die Aufregung langsam größer. Noch schnell einen Kaffee, etwas Lektüre und dann noch mal auf die Toilette. Letzter Teil des Reiseritus wurde dann noch mindestens dreimal wiederholt, die Nervosität.

Mit meiner Flugangst bepackt, betrat ich die Boeing 767 mit gemischten Gefühlen und nahm Besitz von meinem mir zugewiesenen Platz. Meine Lieblingsfrau und mein Sohn grinsten mich von der Seite an. Denen scheint das Fliegen eine ganz normale Sache zu sein. Dann Ready for take off, Gott sei Dank machte der Pilot kurzen Prozess und dann ging es ohne anzuhalten los gen Himmel. Ich muss zugeben, dass der Flug doch ganz angenehm war, aber das Gefühl im Bauch blieb. Da war es mit Sicherheit nicht sehr beruhigend für mich, dass links von unserem 3er Sitzblock eine Mutter aus Frankreich mit ihrem Kind saß und rechts von uns der Vater mit dem zweiten Kind. Die Kinder besuchten regelmäßig den anderen Elternteil und scheinbar hatten sie noch einen Haufen Bekannte dabei, die ihre Treffen ständig links und rechts von unseren Sitzen veranstalteten. Ständig wurden über uns die Gepäckfächer geöffnet. Mal war es Schokolade, dann die Kindertrinkflasche, dann ein Spiel und wenn es nicht mehr benötigt wurde, dann wurde es brav wieder zurückgelegt. Da kam es auch mal dazu, dass was heraus fiel und mich traf. Mit einem unschuldigen Grinsen kam dann ein Pardon. Letztendlich wurden die Produkte über unsere Köpfe hinweg per Luftfracht ausgetauscht.

Endlich nach 9 Stunden Flug kam die Durchsage, dass wir uns auf dem Anflug auf Puerto Plata befinden. Eine letzte Schleife, ein paar Meter und die Erde hatte mich wieder. Jetzt verstehe ich auch, warum der Papst nach einer Landung immer den Boden küsst. Dies habe ich mir aber erspart. Wir mussten noch sitzen bleiben und ich schaute durch die Fenster und dachte an Kolumbus Worte: „Ante mis ojos, la isla de la Española, la más hermosa tierra que ojos humanos jamás hayan visto“. Später wurde der Satz untermauert, denn auch ich habe nie was schöneres gesehen als die Insel Hispaniola!

Als wir das Flugzeug verlassen durften, wurde meine Neugier geweckt. Im Flughafen der Weg zur Zollabfertigung war interessant. Auf der Abflugseite spielte eine Merengue-Gruppe um den abreisenden die letzten Pesos abzuknöpfen. Scheinbar waren sie an einem Bewegungsmelder angeschlossen, denn nur wenn sich abreisende Touristen sehen ließen, legten sie mit vollem Elan los. Dann trafen wir auch die ersten Dominikaner. Ich ließ ein freundliches Buenas Dias los, was sofort erwiedert wurde. Ein Uniformierter ließ sich nur zu einem würdevollen Nicken herab.

Am Zoll angekommen saß in dem Glasverschlag eine freundliche Dominikanerin. Da wir die Touristenkarte schon ausgefüllt hatten, wurden wir auch schnell abgefertigt. Das lächeln der Dame und die freundlich klingenden Worte (ich verstand nichts, lächelte aber zurück) ließen schon einiges Gute erahnen.

Inzwischen Gedränge an der Kofferausgabe. Ich hatte einen Kofferwagen besorgt und nach einiger Zeit hatte ich alles zusammengekratzt, was in Deutschland noch unser Eigentum war. So verließ ich erwartungsvoll die Flughafenhalle.

Draußen angekommen bekam ich einen unerwarteten Schwung feuchtwarmer Luft und ich begann sofort mich der Luft anzupassen, denn mein Hemd war von einem Moment zum anderen auch feucht. Nichts ahnend wurde mir der Kofferwagen entrissen und ein Dominikaner fuhr ihn die zwanzig Meter zum Bus und hielt mit breitem Grinsen die Hand auf. Ich durchwühlte meine Geldbörse und hatte sofort einen 10 Dollar Schein in der Hand. Das war mir zuviel und ich suchte einen kleineren Schein. Da machte ich die Rechnung ohne meinen Dominikaner. So schnell wie er mir den Kofferwagen aus der Hand nahm, so schnell entnahm er mir die 10 Dollar. Mit einem Grinsen und einem lauten OK verschwand er schnell in der Menge. Ich war so überrascht, dass selbst ich dann grinsen musste. Ein toller Lohn, pro Meter Kofferwagen fahren 1,-DM ;-) )). Dann habe ich die Koffer in den Bus verfrachtet und ich sah mich noch kurz um. Ich amüsierte mich über manche Autos und über die Fahrweise der Lenker.

Auf einem abschüssigen Stück wollte ein Landrover in eine enge Parklücke einparken. Ein freundlicher Dominikaner kam hinzu und wies ihn ein. Nachdem der Landrover endlich (nach 5 Minuten) stand, stieg der einweisende Dominikaner in das Auto vor dem Landrover und fuhr weg, irre! Jetzt war ich natürlich noch neugieriger auf das Land.

Kurze Zeit später fuhr der Bus dann zum Hotel, das weitere schreibe ich im nächsten Teil….

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