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Lago Enriquillo

Im Südwesten der Dominikanischen Republik liegt der Nationalpark Lago Enriquillo, der etwas 25 Kilometer lang und 8 Kilometer breit ist. Das Gebiet ist ideal zum Wandern, obwohl hier die heißesten Temperaturen der DomRep gemessen werden, sowie ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Tierfreunde. Das ist der Insel Cabritos zu verdanken, die sich mitten auf dem See befindet und bei der es sich ebenfalls um einen Nationalpark handelt. Besucher dürfen sich auf eine einzigartige Vielfalt und Fülle von Vögeln, Krokodilen und anderer Reptilien freuen.

 

Der Enriquillo See, fast schon an der Grenze zu Haiti gelegen, liegt weitab üblicher Routen, lässt sich aber dennoch über eine verhältnismäßig gute Straße erreichen. Hier gründete 1532 der Indianerhäuptling Enriquillo, nach dem der See benannt wurde, eine Republik, die zugleich die letzte Zufluchtsstätte der Taino-Indianer war. Der Freiheitskampf gegen die Spanier unter seiner Führung wurde zum ersten Unabhängigkeitskrieg in der Geschichte Amerikas.

Lago Enriquillo lockt mit einigen Besonderheiten

Der 300 km² große Lago Enriquillo gehört zu den attraktivsten Sehenswürdigkeiten im Westen der Dominikanischen Republik. Das ist sowohl der interessante Geschichte der Region sowie beeindruckenden Tierwelt mit Krokodilen, Leguanen oder Flamingos sowie dem See an sich geschuldet.

lago enriquillo © Wikipedia / Juan Alberto Silver

Schließlich handelt es sich beim Lago Enriquillo um den größten Binnensee und zugleich auch noch um den niedrigsten Punkt der gesamten Karibik, da der See bis zu 40 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Die dritte Besonderheit ist das heiße Klima dieser Gegend. Temperaturen von mehr als 40 Grad sind keine Seltenheit, wobei es auch durchaus heißer als 50 Grad werden kann. Grund für das enorm heiße und trockene Klima am Enriquillo See sind der starke Salzgehalt des Wassers, die nahegelegenen Berge sowie die wüstenartige Landschaft. Ansonsten wird die Natur am wunderschönen Enriquillo See durch Kakteen, versteinerte Baumstämme und Mangroven dominiert.

Insel Cabritos: Treffen mit Krokodilen, Leguanen und Co.

Das Highlight im Nationalpark Lago Enriquilla ist aber zweifelsohne die Isla Cabritos, die sich mitten auf dem See befindet und eigentlich ein eigener Nationalpark ist: der Parque Nacional Isla Cabritos, ein unberührtes Paradies, das gerade einmal 25 km² misst. Die Insel Cabritos, die förmlich aus dem See empor ragt, ist auch das erklärte Hauptziel abenteuerlustiger Touristen. Denn hier können Sie Krokodile, Leguane und Flamingos aus nächster Nähe beobachten. Allen voran wer einmal Krokodile in Natur gesehen haben möchte, sollte einen Bootsausflug zur Insel planen, die von La Azufrada oder dem kleinen Ort La Descubierta aus starten. Oder Sie mieten sich selber ein Boot und begeben sich auf eine spannende Krokodil-Safari. Die günstigste Zeit hierfür ist am frühen Morgen oder wenn die Abendsonne am Himmel scheint, da sich die Krokodile zu diesen Zeiten an Land befinden.

Einzigartige Erkundungstour auf Isla Cabritos

Den Nationalpark Isla Cabritos sollten Sie auch unbedingt zu Fuß erforschen. Die Insel bietet ein interessante Museum und ist zudem von verschiedenen Wanderwegen durchzogen, wobei vor allem ein Abstecher zum Strand La Caimanera am Südufer sehr zu empfehlen ist, wo die meisten Krokodile anzutreffen sind. Um kein unnötiges Risiko einzugehen, zumal einem auch Leguane über den Weg laufen können, sollte man sich an die fersen eines kundigen Führers heften.

Die vielen und verschiedenen Reptilienarten auf Cabritos sind ohnehin das Markenzeichen der Insel. Allen voran das Spitzkrokodil, dessen Population weltweit hier am größten ist. Auch einige Arten von Wirtelschwanz-Leguanen leben auf der Insel Cabritos, die wie die Mini-Ausgaben von Fabel-Drachen aussehen – darunter die Nashorn-Leguane, die ihren Namen aufgrund ihrer drei possierlichen Hörnchen auf der Schnauze tragen (siehe Video) und zudem mit einem sehr kräftigen, etwas 70 Zentimeter langen Schwanz ausgestattet sind.

Ansonsten umfassen die faszinierende Flora und Fauna in diesem Naturschutzgebiet 134 Vogelarten, wobei die Flamingos, Silberreiher, Blaureiher, Florida-Ente, Seeschwalbe, Sichler und Moschusente besonders hervorgehoben werden. Die Landschaft auf Isla Cabritos wird dagegen von subtropischen Wäldern, Dornenwäldern und Kakteen geprägt.

Felszeichnungen: Zeugnisse der Ureinwohner am Lago Enriquillo

Die Tainos waren die indianischen Ureinwohner der Insel Hispaniola. Sie hinterließen an verschiedenen Stellen, wie beispielsweise im Nationalpark Los Haitises, in Las Maravillas und in der Pommier-Höhle, interessante Malereien in Höhlen und an Felsen, die “Las Caritas“ (kleine Gesichter) genannt werden. Rund um den Enriquillo See kann man mehrfach die “kleinen Gesichter” sehen, die die Tainos in den Fels gemeißelt haben und die zu den bekanntesten und bedeutendsten Hinterlassenschaften der Ureinwohner der Dominikanischen Republik zählen.

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