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Sanitärinstallation

In der D.R. werden in der Regel für alle Sanitärinstallationen weisse Kunststoffrohre benutzt. Metallrohre, wie vielfach in Europa benutzt, sind weitgehend unbekannt. Die Ursache dürfte wohl darin liegen, dass die Kunststoffrohre weitaus billiger und viel leichter zu verarbeiten sind. Es müssen keine Gewinde geschnitten werden, sondern die Rohre werden einfach mit ein wenig Klebstoff ineinander verklebt.

Die Kunststoffrohre gibt es in drei verschiedenen Qualitäten, natürlich auch zu unterschiedlichen Preisen. Man kann diese Kunststoffrohre überall in den Ferreterien auf grossen Haufen in der Sonne herumliegen sehen. Durch die sehr hohe UV-Einstrahlung nimmt der Kunststoff häufig einen im Moment unsichtbaren Schaden. Im Laufe der Zeit wird der Kunststoff brüchig und bröselig (lösen sich praktisch auf), was man aber erst viel später merkt. Für Kaltwasserleitungen mag die Verlegung ja noch praktikabel sein, nicht jedoch für Warm- und Heisswasserleitungen. Es gibt zwar für Heisswasserleitungen spezielle Rohrtypen, aber können Sie kontrollieren, was schlussendlich eingebaut wird?

Auch bei den Klebstoffen gibt es verschiedene Sorten. Das grosse Problem ist jedoch die Verarbeitung beim Kleben. Sie können selber beobachten, dass die Klebestellen vorher weder gereinigt noch aufgeraut werden, sondern es wird aus der Dose der Klebstoff mit dem Pinsel aufgetragen und fertig. Der Klebstoff wird, speziell in den Heisswasserleitungen, an den Klebestellen recht schnell brüchig und löst sich auf. Sehr schnell findet man dann an den Wänden oder Decken die hässlichen Wasserflecken. Man muss also die Wand oder den Boden aufspitzen und nach dem Leck suchen. Wenn man dann noch im halben Bad die Fliesen wegschlagen muss, erfreut das alle Beteiligte. Von einer Garantie will natürlich niemand etwas wissen, der Plomero schiebt es auf den Maurer, der war aber auch nicht schuld, schlussendlich bleiben Sie auf dem Dreck und Kosten sitzen.

Es ist viel vernünftiger ein Rohr-in-Rohr System (z.B. Tuboflex) zu verlegen, welches von verschiedenen europäischen Herstellern in den grossen Ferreterien angeboten wird. Sie be­kommen auch alle passenden Verschraubungen für diese Systeme. Sie können sich in Deutschland in fast allen Baumärkten, oder auch im Internet, Informationsmaterial zusammentragen, welches Sie Ihrem Architekten oder aber Ihrer Baufirma zeigen können. Lassen Sie sich nicht davon beirren, wenn Sie nun zu hören bekommen, das taugt nichts, oder das gibt es nicht. Wahrscheinlich hat dann die Firma Ihres Vertrauens so etwas noch niemals gesehen, geschweige dann eingebaut. In den Ferreterien kann Ihnen aber mit Sicherheit gesagt werden, wer solches Material kauft und auch Erfahrungen im Verlegen hat.

Achten Sie immer darauf, dass die Wasser- und Abwasserleitungen vor dem Giessen von Betonböden verlegt sind. Häufig werden erst die Betonböden gegossen, nachdem diese erhärtet sind, stellt man fest, dass ja Leitungen verlegt werden müssen. Also werden die Böden wieder aufgeschlagen und die Rohrleitungen verlegt.

Planen Sie auch selber Ihre Warmwasserleitungen! Im Normalfall werden keine Ringleitun­gen geplant, sondern vom Kaltwasserzulauf wird ein Abzweig zu einem kleinen Elektroboiler gelegt, welcher dann in einem Heisswasserhahn am Waschbecken oder Dusche endet. Sie haben dann überall einen kleinen Elektroboiler, anstatt einer zentralen Warmwassererzeugung. Diese Elektroboiler sind in der Anschaffung relativ günstig, fallen bei dem teilweise extrem kalkhaltigem Wasser aber sehr schnell aus, da nur das allerbilligste Material verwendet wird, zudem ist der Stromverbrauch sehr hoch.

Es ist viel vernünftiger, alle Warmwasserhähne mit einer Ringleitung zu verbinden und an einer zentralen Heisswasserquelle anzuschliessen. Diese Ringleitung sollte man auch an/über das Dach führen, denn so hat man gleich oder später die Möglichkeit, eine Solaranlage für Heisswasser zu installieren, ohne weitere Umbauarbeiten in Angriff nehmen zu müssen. Schlussendlich sparen Sie mit einer vorausschauenden Planung erhebliche Kosten. Mit einer ganz kleinen Pumpe wird das heisse Wasser im Kreislauf in Bewegung gehalten, sodass Sie sofort nach Aufdrehen des Hahnes heisses Wasser zur Verfügung haben. Eine Solaranlage für heisses Wasser lohnt sich in jedem Fall, denn man kann mindestens 97% der benötigten Energie durch die Sonne gewinnen. Sie haben auch dann heisses Wasser, wenn der Strom mal wieder (ach so selten) ausbleibt.

Mittlerweile bekommt man in Santiago und Santo Domingo auch Armaturen von namhaften europäischen Herstellern, wie z.B. Grohe. Natürlich ist das Angebot bei weitem nicht so gross wie in Europa und auch viel teurer. Es kann sich durchaus lohnen die benötigten Armaturen in einem deutschen Baumarkt zu erwerben und mitzunehmen. Denken Sie dabei auch an ein paar Ersatzdichtungen.

Wenn Sie planen, einen Container mit Ihrem Hausrat in die D.R. zu senden, dann denken Sie an eine Waschmaschine. Die amerikanischen Waschmaschinen, die vielfach angeboten werden, erzeugen kein heisses Wasser, sondern Sie müssen das heisse Wasser immer separat einfüllen. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie an Ihrem neuen Wohnort auch einen 220 V Anschluss haben. Bitte sprechen Sie vorher mit dem Hersteller Ihrer Waschmaschine, ob die Maschine auch mit dem 60 Hz Stromnetz arbeitet. In der D.R. hat das Stromnetz eine Frequenz von 60Hz, während wir in Europa 50 Hz haben. Bei den meisten Mielewaschmaschinen muss nur die Laugenpumpe ausgewechselt werden, welche aber sofort lieferbar ist. Dieses ist natürlich Herstellerabhängig.

Das Trinkwasser ist in den meisten Orten sehr schlecht und relativ schmutzig, selbst bei starker Chlorung empfiehlt die ENAPA, das Wasser nur abgekocht zu trinken. Was ist da zu tun? Die Schwemmstoffe im Wasser und den Chlorgeruch/geschmack kann man mit speziellen Filtern, welche unter anderem mit Aktivkohle gefüllt sind, recht gut dem Wasser entziehen. Diese Filter gibt es recht günstig zu kaufen.

Die Bakterien, wie anaerobe Keime, Fäkalstreptokokken, E-Choli, Pseudonomaden, Legionellen, Kryptosporidien, kann man mit einer Behandlungszelle, in welcher sich Silberelektroden befinden, bekämpfen. In Bruchteilen von Sekunden bilden positiv geladene Silberionen elektrostatische Verknüpfungen auf den negativ geladenen Bereichen der Zellwände der Mikroorganismen. Die elektrostatischen Verknüpfungen lassen die Keimzelle in Bruchteilen von Sekunden inaktiv werden.

Silber ist bereits seit Jahrhunderten als Vernichter von Bakterien und Viren bekannt, auch von chlorresistenten. Silbersulfat wird üblicherweise bei Verletzungen, wie Verbrennungen und offenen Wunden, und zur antibakteriellen Behandlung verwendet und kommt auch bei Neugeborenen zur Anwendung, deren Augen dadurch vor Infektionen geschützt werden.

So kann man aus dem relativ schlechten Leitungswasser, für eigene Brunnen gilt das Gleiche, einwandfreies Trinkwasser erzeugen. Man erspart sich für immer das Kaufen und Schleppen der großen Wasserflaschen. Wenn Sie weitere Fragen haben, oder Bezugsquellen wissen möchten, beantworte ich diese gerne. Möchte der eine oder andere Leser noch etwas beifügen, werden wir das gerne mit aufnehmen.

 

© Werner Ludowig

 

 

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