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Elektroinstallation

Elektrische Installationen

In der D.R. wird bei elektrischen Installationen die Improvisation immer noch recht gross geschrieben. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass ein roter Draht, welcher in die Wand führt, auch am anderen Ende rot ist. Er kann schwarz, gelb oder sonst eine Farbe tragen, denn man muss ja auch alle vorhandenen Drahtreste verarbeiten……..

Normalerweise werden US-amerikanische Sicherungskästen und Sicherungen eingebaut, welche eher abbrennen, als das sie im Falle eines Kurzschlusses auslösen würden. Fehlerstrom (FI)-Schutzschalter kennen diese Systeme auch nicht.

Es gibt jedoch in den grossen Ferreterien deutsche Systeme, Sicherungskästen, Sicherungen und FI mit allem Zubehör, zu kaufen, meistens stammen diese Komponenten von Hager aus Deutschland.

Ein System mit einem Schutzleiter (3. gelb-grüner Draht) ist weitgehend unbekannt. Auch eine vernünftige Erdung hält man für vollkommen überflüssig, hier gibt es bei den Installateuren noch einen sehr grossen Nachholbedarf.

Als aller erstes sollte man ein kleines Erdnetz dort installieren, wo die Stromkabel in das Haus geführt werden. Am besten sucht man sich hierfür einen Ort, an dem es immer ein wenig feucht ist, damit der Erdwiderstand möglichst gering ist.

Vom Strommasten werden häufig nur 2 Drähte in das Haus gezogen, einmal Null und einmal die Phase mit 110/115 Volt. Theoretisch, bei einer richtigen Erdung von Seiten der Stromge­sellschaft, sollte dieser Null auch wirklich Null sein, aber praktisch trifft das höchst selten zu. Die Erdung existiert nicht oder nur noch halbwegs, sodass Sie auf Ihrer Steckdose alle möglichen Spannungen messen können, aber sicher keine 110/115 Volt. Diesen Null-Leiter sollten Sie nun mit dem von Ihnen erstellten Erdnetz verbinden, damit eindeutige Verhältnisse ge­schaffen werden.

Wenn Sie nun vom Trafo nicht nur zwei, sondern drei Leitungen in das Haus ziehen lassen, dann haben Sie, o Wunder, auch 220/230 Volt im Hause. Zwischen jeder Phase und Null haben Sie 110/115 Volt, während Phase-Phase 220/230 Volt zur Verfügung stehen. Im Normalfall wird dieses nicht gemacht, denn wer benötigt 220/230 Volt? Nur für Klimaanlagen wird diese Spannung normalerweise benötigt.

Jeder Europäer wird es schätzen, wenn er seine mitgebrachten Geräte, wie z.B. eine Kaffee- oder Waschmaschine, weiterhin betreiben kann. Das die Spannung in der D.R. eine Frequenz von 60 Hz hat, anstelle von 50 Hz in Europa, hat auf die meisten Geräte keinerlei Einfluss. Bei manchen Waschmaschinen kann es sein, dass die Laugenpumpe ausgetauscht werden muss. Bei Miele z.B. kann man diese aber als Ersatzteil ohne Probleme beziehen. der Hersteller Ihrer Waschmaschine kann Ihnen hierüber Auskunft geben.

Man kann in der D.R., zumindest in Santo Domingo, sogar Kombisteckdosen kaufen, wo zwei verschiedene Stecker, jeweils für 110 Volt und 220 Volt, Platz finden.

Die Architekten und Elektriker sind immer verwundert, wenn man viel mehr Steckdosen in­stalliert haben will, als die denken. 2 Steckdosen in der Küche werden als völlig ausreichend angesehen, während man je nach Grösse der Küche durchaus 10 Stück gebrauchen könnte. Wer will schon laufend die Stecker wechseln, nur weil man einen Kaffee trinken möchte? Die Hausfrau oder Köchin wird es sicher danken.

Machen Sie sich Gedanken über die Anzahl und Platzierung der Steckdosen in Ihren anderen Zimmern! Verlassen Sie sich nicht auf Ihren Architekten oder Installateur.

Vielleicht haben Sie von Ihren Bekannten auch schon gehört: Der Computer, der Fernseher, das Radio hat schon wieder den Geist aufgegeben! Es waren Spannungsspitzen auf dem Netz, welche allen empfindlichen elektronischen Bauteilen den Garaus bereitet haben. So etwas kommt drüben recht häufig vor, dem kann man aber recht einfach entgegnen. Es gibt in Deutschland kleine Module gegen Spannungsspitzen, z.B. von Dehn, zu kaufen. Diese gibt es für 110 und 220 Volt. Zugegebenermassen ist es etwas schwierig an die 110 Volt Ausfüh­rungen zu kommen, da diese für den Markt in den USA produziert werden, aber mit etwas Geduld ist es machbar. Auf jede Phase wird solch ein Modul gegen Null geschaltet. Und zwar eines gleich am Hauseingang der Stromleitung und eines nach ca. 15 m Leitung. Sie benötigen also pro Phase insgesamt 2 solcher Module. Der finanzielle Aufwand rechnet sich in jedem Fall. In einem uns bekannten Haus sind derartige Module seit über 2 Jahren installiert. In dieser Zeit war nicht ein einziger Schaden an elektronischen Geräten zu verzeichnen, während aus den umliegenden Häusern mehrfach ein grosses Wehklagen zu hören war……..

Wenn Sie weitere Fragen haben, beantworte ich diese gerne. Möchte der eine oder andere Leser noch etwas beifügen, werden wir das gerne mit aufnehmen.

Vielleicht beschreibt ein Fachmann einmal ein Erdnetz für den Selbstbau?

© Werner Ludowig

 

 

 

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