«

»

Beitrag drucken

Hurricans

Hurricans in der Karibik

Tropische Wirbelstürme sind in drei Regionen unserer Erde bekannt. Unter jeweils anderen Namen bezeichnen sie das gleiche Wetterphänomen:

1. In Südost- und Ostasien werden sie Taifune genannt; die am stärksten gefährdeten Regionen sind die Philippinen, Japan und die Ostküste Chinas einschließlich Taiwans.

2. Die sich im Golf von Bengalen entwickelnden „Sturmzyklonen“ verursachen in Bangladesch jedes Jahr große Schäden.

Hurrikan Dennis 2005 über der Karibik – Quelle: NASA (gemeinfrei)

3. In Mittel- und Nordamerika werden sie Hurrikane genannt; hier sind besonders die karibischen Inseln und die südliche Ostküste der USA gefährdet. Ihre Ausläufer können als Sturmtiefs bis Grönland oder Skandinavien gelangen. In zwei Wochen werden sie dann mehr als 20.000 km zurückgelegt haben.

Hurrikans, auch tropische Wirbelstürme oder Taifune genannt, sind gigantische Tiefdruckwirbel, die aufgrund ihrer Ausdehnung großflächigen Schaden anrichten. Die Hurrikanzeit dauert in der Regel von August bis November. In dieser Zeit wird im Äquatorgürtel meistens die „magische“ Wassertemperatur von 26° – 27° erreicht. Stößt bei dieser Temperatur die Warmluftfront auf ein Tiefdruckgebiet, verdunstet das aufgeheizte Wasser stärker als normal. Diese Massen Wasserdampf strömen nach oben, verdichten sich zu Wolken, dehnen sich immer weiter aus und werden durch die Erdrotation gegen den Uhrzeigersinn in Bewegung gesetzt. Durch den fallenden Luftdruck über dem Meer, wird zunehmend weitere feuchte Luft nach oben gesaugt, die Luftsäule erwärmt sich, der Hurrikan wächst an und beginnt sich in Bewegung zu setzen…

Hurrikan

Hurrikans lassen sich auf Satellitenbildern gut erkennen, sodass eine rechtzeitige Sturmwarnung möglich ist. Sie können können einen Durchmesser von bis zu 500 Km aufbauen. Die Dunstwolken rotieren um das sogenannte windstille „Auge“, dessen Durchmesser in der Regel zwischen 15 und 30 km liegt, aber auch 70 km erreichen kann. Der Hurrikan dreht sich immer schneller und wandert meistens in Richtung Westen.

Durch den Aufwärtstrieb der warmen Luft und der Rotation entsteht ein Sog, der die Wassermassen des Ozeans zu meterhohen Wellen auftürmt. An der Küste angekommen, stiegen die Wellen, aber der Wind folgte erst in der zweiten Stufe. Dieser kann eine Geschwindigkeit von bis zu 400 km/h erreichen.

Wenn die Wirbelstürme die Küsten erreichen, verringert sich zwar wegen der nun einsetzenden Bodenreibung ihre Geschwindigkeit, wegen der extremen Windstärken ist ihr Erscheinen jedoch stets mit ungeheueren Verwüstungen verknüpft. Am Schluss regnen sich die Wolken in starken Güssen ab, die genauso gefürchtet sind wie der Wind. Es stürzen dann im Durchschnitt 150 Liter auf einen Quadratmeter nieder.

Die Entstehung eines Hurrikan ist recht komplex. Einige wichtige Voraussetzungen für die Sturmbildung lassen sich aber aufstellen:

Das Meer muss mindestens eine Wassertemperatur von ca. 27 Grad aufweisen.

Das Meeresgebiet muss eine geeignete Größe besitzen. Das Mittelmeer reicht nicht aus, selbst wenn es die richtige Temperatur besäße.

Am Äquator können sich keine Hurrikans bilden, da hier die Corioliskraft*1 fehlt, die die erforderliche Drehbewegung verursacht. Erst ab etwa 5 Grad nördlicher und südlicher Breite reicht die Corioliskraft*1 – die ablenkende Kraft durch die Erddrehung – aus.

Es darf keine große vertikale Windscherung auftreten. Das bedeutet: Weht der Höhenwind aus einer anderen Richtung oder deutlich stärker als der Bodenwind, dann sind die Voraussetzungen ungünstig, der Sturm oder der entstehende Sturm bekommt sozusagen Schieflage und wird förmlich auseinandergetrieben.

Der Sturm braucht einen „Startmechanismus“, aus dem er sich aufbauen kann. Dann kann eine Wellenstörung („Easterly Wave“*2) in der tropischen Passatströmung sein oder auch ein außertropisches Tief, das sich in einen tropischen Wirbel umwandelt.

Entstehung Hurrican

Kommen alle diese Voraussetzungen zusammen, dann kann sich aus solch einem tropischen Tiefdruckgebiet ein Wirbelsturm bilden. Hier steigt die feuchtwarme von der Sonne aufgeheizte Luft auf, und es bilden sich dicke Gewittertürme. Am Erdboden fehlt jetzt Luft, so dass der Luftdruck fällt. Um den Druckunterschied auszugleichen, strömt von außen neue Luft heran, die wiederum aufsteigt. Durch die Erddrehung wird das System in Drehbewegung versetzt, und ein Wirbel entsteht. Je schneller die Luft aufsteigt, desto größer wird auch die Drehbewegung und damit die Windgeschwindigkeit. Bei der Wolkenbildung wird zusätzlich Wärme freigesetzt, die den ganzen Prozess noch weiter anheizt. Sind die Bedingungen günstig genug, dann kann sich ein gewaltiger Hurrikan zusammenbrauen.

Die Corioliskraft wurde 1835 benannt nach dem französischen Mathematiker Gaspard de Coriolis, der den Nachweis erbrachte, daß jedes sich auf der Erde bewegende Teilchen auf der Nordhalbkugel (horizontal) nach rechts und auf der Südhalbkugel nach links abgelenkt wird. Grund für diese Ablenkung ist die beschleunigende Kraft der Erdrotation.

Relativ schwache Luftdruckwellen in den Innertropen, die sich über 20 bis 30 Längengrade spannen und mit der Ostströmung langsam nach Westen wandern. Sichtbar werden sie in den trog- oder keilförmigen Ausbuchtungen der Höhenisobaren der Niveaus zwischen 2000 und 5000 m.

Für den Atlantik und den Nordostpazifik wird vom National Hurricane Center in Miami eine Namensliste für jeweils 6 Jahre aufgestellt. In jedem Jahr wird mit dem Buchstaben A angefangen, jährlich wechselnd mit einem weiblichen und einem männlichen Namen. Nach Ablauf der 6 Jahre beginnt die Liste wieder von vorne. Hat nun ein Sturm enorme Schäden angerichtet und/oder viele Todesopfer gefordert, dann wird der Name dieses Sturms aus der Liste gestrichen und taucht nie wieder auf, so zum Beispiel HUGO 1989, ANDREW 1992, MITCH 1998, GEORGE 1998, KEITH 2000 oder Jeanne im Jahre 2004.

Type Kategory Wind (Knoten) Wind (mph) Wind (km/h) Linienfarbe
Sturm <
34
<
39
<
61
Grün
Tropischer
Sturm
34 – 63 39 – 73 62 bis
117
Gelb
Hurrikan 1 64 – 82 74 – 95 118 bis 153 Rot
Hurrikan 2 83 – 95 96 – 110 154 bis 178 Hell Rot
Hurrikan 3 96 – 113 111 – 130 179 bis 210 Magenta
Hurrikan 4 114 – 135 131 – 155 211 bis 249 Hell
Magenta
Hurrikan 5 >
135
>
155
> 250 Weiss

Verläufe Hurrikans 2007

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.dominikanische-republik2001.de/g-h/i_hurrican.htm